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On ne passe pas!*

Die europäische Integration darf keine Manipulation der Wahrheit dulden!

Die Republik Nordmazedonien verfolgt zunehmend eine politische Linie, die nicht nur ihren eigenen Weg zur Mitgliedschaft in der Europäische Union verlangsamt, sondern ihn faktisch blockiert. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem die Erweiterung der Union erneut auf der Tagesordnung steht und das geopolitische Umfeld Stabilität und Vorhersehbarkeit auf dem Balkan erfordert.

Nichterfüllte Verpflichtungen und Vertrauensverlust
Im Kern des Problems steht die Nichterfüllung der im sogenannten „französischen Vorschlag“ eingegangenen Verpflichtungen – einem guten Rahmen, der es ermöglichte, den Prozess zwischen Bulgarien und Nordmazedonien zu entblockieren. Eines der Schlüsselelemente dieses Rahmens ist die Aufnahme der Bulgaren als staatsbildendes Volk in die Verfassung des Landes. Die Verzögerung und Politisierung dieser Frage ist nicht nur ein innenpolitisches Problem – sie untergräbt das Vertrauen zwischen den Partnern und stellt das tatsächliche Engagement Skopjes für europäische Werte infrage. Die EU basiert auf Vereinbarungen, Rechtsstaatlichkeit und dem Schutz der Menschenrechte – Prinzipien, die nicht selektiv angewendet werden können.

Repressionen und symbolische Maßnahmen
Parallel zur institutionellen Untätigkeit gibt es besorgniserregende Signale über Druck auf Menschen mit bulgarischem Selbstbewusstsein. Die Schließung und Angriffe auf kulturelle Einrichtungen wie den bulgarischen Kulturklub „Ivan Mihajlov“ sind ein Symptom eines tieferliegenden Problems – der Unfähigkeit oder des mangelnden Willens, grundlegende Bürgerrechte zu gewährleisten. Solche Handlungen widersprechen nicht nur europäischen Standards, sondern senden auch ein negatives Signal nach Brüssel, dass Reformen oberflächlich und nicht strukturell sind.

Außenpolitischer Lärm statt echter Reformen
Anstatt sich auf die Erfüllung konkreter Kriterien zu konzentrieren, investiert die derzeitige Regierung in Skopje erhebliche Ressourcen in internationale Kampagnen und Lobbyarbeit. Diese Aktivitäten gehen häufig mit manipulativer Rhetorik einher, die die Situation als bilateralen Streit darstellt und nicht als Frage der Erfüllung klarer europäischer Anforderungen. Persönlichkeiten wie Thomas Waitz und andere europäische Vertreter werden nicht selten in diese Kommunikationsstrategie einbezogen, was den Eindruck eines „doppelten Spiels“ erzeugt und das Vertrauen in die Objektivität des europäischen Prozesses untergräbt.

Wer profitiert von der Verzögerung?
Diese Politik dient, obwohl sie als Schutz des nationalen Interesses dargestellt wird, in der Praxis den Interessen externer Akteure, die keine Integration der Westbalkanstaaten in die EU wünschen. Die Verzögerung schafft ein Vakuum, das leicht von geopolitischen Einflüssen außerhalb der europäischen Sphäre gefüllt werden kann. Dies bringt Nordmazedonien in ein strategisches Risiko – das Land verliert Zeit, Vertrauen und wirtschaftliche Chancen, während Nachbarstaaten voranschreiten. 

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Die bulgarische Position – eine Frage der Prinzipien, nicht des Vetos
Wir alle erinnern uns sehr gut daran, dass die europäischen Vertreter einstimmig zustimmten und die Position Griechenlands unterstützten, als Griechenland seine historischen Ansprüche im Streit mit der Republik Nordmazedonien verteidigte. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass auch Bulgarien historische Rechte hat, die für das kulturelle Erbe Europas nicht weniger bedeutend sind. Die Position von Bulgarien wird oft als „blockierend“ dargestellt, ist aber in ihrem Kern auf bereits vereinbarten Bedingungen aufgebaut. In diesem Sinne handelt es sich nicht um ein einseitiges Veto, sondern um das Bestehen auf der Einhaltung eingegangener Verpflichtungen. Die Aufhebung des Vetos ohne realen Fortschritt würde einen Kompromiss bei grundlegenden Prinzipien der EU bedeuten – mit langfristig negativen Folgen sowohl für die bilateralen Beziehungen als auch für die Union selbst.

Die heutige Politik von Nordmazedonien erscheint paradox: Statt die europäische Integration zu beschleunigen, führt sie zu deren Verzögerung. Statt Vertrauen aufzubauen, trägt sie zu dessen Erosion bei.
In diesem Zusammenhang ist auch die historische Perspektive von Ivan Mihajlov in seinen Memoiren Erinnerungen aufschlussreich. Darin vertritt er konsequent die These, dass die kulturelle und bildungspolitische Entwicklung Mazedoniens im 19. und frühen 20. Jahrhundert untrennbar mit der bulgarischen geistigen Tradition verbunden ist – durch Schulen, kirchliche Kämpfe und literarische Tätigkeit. Mihajlov betont, dass das bulgarische Selbstbewusstsein ein führender Faktor bei der Bildung der modernen Identität in der Region war, insbesondere im Rahmen der Bulgarische Exarchie und ihres Bildungsnetzes.

Diese historische Realität kann weder wissenschaftlich noch politisch ohne Konsequenzen ignoriert oder verfälscht werden. Die Weigerung, die Vielfalt der Identitäten – einschließlich der bulgarischen – anzuerkennen, ist nicht nur ein Streit über die Vergangenheit, sondern ein Hindernis für den Aufbau von Vertrauen in der Gegenwart. Wenn Skopje tatsächlich eine Mitgliedschaft in der Europäische Union anstrebt, ist der Weg klar: Erfüllung der eingegangenen Verpflichtungen, Gewährleistung der Rechte aller Bürger und Anerkennung historischer Fakten als Grundlage für eine gemeinsame europäische Zukunft – nicht als Instrument politischer Konfrontation.

ORFEI e.V.


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„On ne passe pas!“ („Sie kommen nicht durch!“) ist ein politischer Slogan, der die feste Absicht zum Ausdruck bringt, von einer bestimmten Position nicht abzuweichen und diese bis zum Äußersten zu verteidigen. (Wikipedia)

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